Was am 26. April geschah
Das Amphitheater des Parque del Sur öffnete pünktlich um 10:00 Uhr. Um 10:20 Uhr bedeckten Matten jede Stufe. Um 11:00 Uhr überschritten wir die Tausend — zum ersten Mal in Maspalomas für ein Festival dieser Art. Wir wussten, dass die Stadt kommen würde. Wir wussten nicht, dass sie SO kommen würde.
Fünf Stunden lang teilten sich zwei Traditionen von Yoga und Achtsamkeit eine Bühne. Hatha und Himalaya-Yoga am Morgen. Eine lange kontemplative Sitzung am Mittag. Pranayama und Mantra. Offener Dialog mit den Meistern. Ein Abschlussgesang, dem das ganze Amphitheater folgte, ohne Probe, weil so 1.008 Herzen klingen, die zusammen schlagen.
Kostenlos, im Freien, für alle
Wir haben von Anfang an ein Versprechen gegeben: kein Ticket, keine Gebühr, kein VIP-Bereich, kein Marketing-Trichter. Wer kam, praktizierte. Wer nicht auf dem Boden sitzen konnte, bekam einen Stuhl. Wer kein Spanisch sprach, dem übersetzte die Gastgeberin. Wer noch nie Yoga gemacht hatte, dem half der Meister daneben beim ersten Atemzug.
Wir haben kein Festival gebaut. Wir haben einen Sonntagmorgen gebaut, den 1.008 Fremde miteinander teilen wollten. Festival ist nur das Wort, das wir hinterher dafür verwenden.
Dieses Versprechen hat den Verein etwas gekostet. Festivals dieser Art finanzieren sich normalerweise über 40-€-Tickets. Unseres finanzierte sich über Menschen — Sponsoren, die geglaubt haben, Freiwillige, die um 6 Uhr morgens kamen, das Ayuntamiento de San Bartolomé de Tirajana, das Ja sagte, als wir um das Amphitheater baten, Körper, die Tonausrüstung die Stufen hinauftrugen. Die Rechnung macht uns weiterhin demütig.
Warum wir das weitermachen
WIP ist ein gemeinnütziger Verein. Wir hätten klein bleiben können — eine Yoga-Lehrerin und ein paar Matten im Park. Stattdessen wählten wir den öffentlichen Platz. Wir machten die Praxis sichtbar, kostenlos, unübersehbar. Der 26. April war der Beweis, dass das funktioniert. Im nächsten April geht es weiter — drei Tage, gleicher Ort, gleiches Versprechen.










